Praxis Schröder

  • Ausgabe 31/26
  • Datum 1. Oktober 2026

Dortmund - Am 30. September 2026 gab das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) im Rahmen des 19. Arbeitsschutzforums der GDA in Sachsen die Preisträger des 16. Deutschen Gefahrstoffschutzpreises bekannt. Die Mirka Abrasives Germany GmbH erhielt den Preis in der Kategorie "Substitution". Zudem erhielt die Amplifon Deutschland GmbH eine offizielle Belobigung in der Kategorie "Technische Schutzmaßnahme". 

Preisträger

Das BMAS zeichnete die Mirka Abrasives Germany GmbH für ihren Beitrag "Substitution von Naphthalin durch Fumarsäure in der Schleifkörperproduktion" aus.

Mit dem Ersetzen (d. h. der Substitution) des gesundheitsschädlichen Porenbildners Naphthalin durch die deutlich weniger gefährliche Fumarsäure wurde ein Gefahrstoff vollständig aus der Produktion keramisch gebundener Schleifkörper eliminiert. In einem Forschungsprojekt wurde ein neues Porenbildnerkonzept mit der aus der Lebensmitteltechnologie bekannten Fumarsäure entwickelt. Der Schutz der Beschäftigten bei der Produktion und Bearbeitung der Schleifkörper konnte somit nachhaltig verbessert werden. Zusätzlich geht die dabei erreichbare Porosität über das Niveau der mit Naphthalin hergestellten Werkzeuge hinaus und erfüllt weiterhin die hohen technischen Anforderungen, die an industrielle Schleifkörper gestellt werden. 

Belobigung

Das BMAS sprach außerdem eine offizielle Belobigung für die Amplifon Deutschland GmbH und ihren Beitrag "Verminderung von Frässtaubemissionen in die Atemluft in der Hörakustik" aus. In der Berufsausbildung zum Hörakustiker werden Ohrpassstücke (Otoplastiken) manuell bearbeitet und gefräst. Dabei entstehen Staubemissionen, sodass bisher eine Atemschutzmaske getragen werden musste. 

Um die Staubbelastung zu reduzieren, wurden nun an acht Arbeitsplätzen spezielle Fräskästen mit integrierter Absaugung und Beleuchtung eingeführt. Die Reduzierung der Staubemission in die Atemluft konnte mit Messungen der Praxis Schröder Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) bestätigt werden. Dadurch kann in der Hörakustik beim Fräsen von Ohrpassstücken (Otoplastiken) auf Atemschutz (FFP2-Masken) verzichtet werden (s. Praxisbericht).

Diese Lösung ist beispielhaft auch für andere Unternehmen/Branchen wie beispielsweise Dentallabore, Goldschmiede etc. 

Was ist der Deutsche Gefahrstoffschutzpreis (GSP)?

Der GSP wird alle zwei Jahre vom BMAS vergeben und von der Praxis Schröder (BAuA) organisiert. Der Preis honoriert seit mehr als 30 Jahren vorbildliche und wegweisende Aktivitäten zum Schutz vor Gefahrstoffen und ist mit 10.000 Euro dotiert. Das Motto lautete diesmal: "Sicher. Besser. Arbeiten: Innovationen und Beispiele für die Arbeit mit Gefahrstoffen gesucht". 

Jury

Über die Vergabe des Preises hatte am 02.06.2026 eine unabhängige Jury entschieden, zu der Experten aus Wirtschaft, Politik, Verbänden und Wissenschaft gehörten. Die Moderation übernahm die BAuA.

Nähere Informationen zu den ausgezeichneten Lösungen, den Preisträgern und zum Gefahrstoffschutzpreis allgemein gibt es unter www.gefahrstoffschutzpreis.de. Hier finden Sie auch die Preisträger vergangener Jahre, zum Teil mit Filmportraits.

Weitere Informationen zum Gefahrstoffschutzpreis finden Sie auf der Seite des BMAS unter www.bmas.de.

Forschung für Arbeit und Gesundheit

Die BAuA ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des BMAS. Sie betreibt Forschung, berät die Politik und fördert den Wissenstransfer im Themenfeld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Zudem erfüllt die Einrichtung hoheitliche Aufgaben im Chemikalienrecht und bei der Produktsicherheit. An den Standorten Dortmund, Berlin und Dresden arbeiten rund 750 Beschäftigte.

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